Allgemeines Grundsätzlich kann die Operation in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie), allgemeiner (Voll-) Narkose erfolgen. Wir bevorzugen die Durchführung der Operation in Allgemeiner Narkose, da dieses Vorgehen für den Patienten eine deutlich besseren Komfort und Schmerzfreiheit bietet. Der Hautschnitt richtet sich nach Größe und Lage des Bruches. Bei kleineren Brüchen im Nabelbereich erfolgt ein Hautschnitt bogenförmig unterhalb des Nabels (grün), bei größeren Hernien einen bogenförmigen Schnitt um den Nabel herum (blau). Bei Epigastrische Hernien erfolgt der Hautschnitt in der Mittellinie. Operation Nach Eröffnung der Haut wird das Fettgewebe durchtrennt die Präparation erfolgt bis aus die Muskelfaszie. der Bruchsack (grau) wird eröffnet und der Bruchinhalt entweder in den Bauchraum zurück gedrückt oder wenn es sich um Fettgewebe handelt, entfernt. Zum Verschluss der Bruchlücke (großer Pfeil) kommen grund- sätzlich je nach Bruchgröße drei Verfahren in Frage: Die direkte Naht (Stoß auf Stoß) mit nicht auflösbarem Fadenmaterial (Spitzi). Dieser Verschluss kommt nur bei sehr kleinen Brüchen und jungen Patienten mit guter Muskulatur in Frage, da die Rückfallquote ansonsten zu groß ist. Die Dopplung der Muskulatur und Faszie (Verfahren nach Mayo). Bei guter Muskulatur und gutem Bindegewebe ist dieses Verfahren immer noch der Standard. Die Naht und zusätzliche Sicherung der Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz (Patch), dieses ist Netz ist spezialbeschichtet, 6,4 cm groß und kann direkt in den Bauchraum eingebracht werden. Das Netz verklebt mit der Bauchwand, sorgt damit nach dem Einwachsen für eine Druckentlastung der Bauchwand und schützt somit die Muskelnaht. Der Einsatz dieser Spezialnetze hat vor allem bei größer Brüchen zu einem deutlichen Rückgang der Rückfallquote gesorgt. Daher werden diese Implantate immer häufiger eingesetzt. Nach derzeitigen Studien besteht je nach Bruchgröße bei der Nahttechnik eine Rückfall- (Rezidiv) quote von etwas über 10%. Der Einsatz von Kunststoffnetze hat diese Prozentzahl in etwa halbiert, es gibt Studien die bei Einsatz des PVPM Netzes eine Rezidivrate von 2-3 % angeben. Die Qualitätsstudie Herniamed, an der auch unsere Praxis teilnimmt (s.u.) wird wahrscheinlich neue Daten liefern. Am Ende der Operation wird die Nabelhaut wieder an der Faszie der Muskulatur festgenäht und die Haut in der Regel mit selbst auflösenden Fäden verschlossen. In einigen Fällen ist das Einlegen einer dünnen Saugdrainage für 1-2 Tage notwendig um Blut und Sekret abzusaugen. Nach der Operation In der Phase nach der Operation ist eine medikamentöse Schmerztherapie meist für 5 - 7 Tage erforderlich. Es besteht vor allem ein Wund- und Spannungsschmerz. Die Schmerzen sind allerdings nicht stark, einfache Schmerzmittel, die von uns rezeptiert werden (wie z. B. Ibuprofen), reichen in der Regel aus. Eine Vorbeugung gegen Thrombose (Thrombosespritzen und Kompressionsstrümpfe) ist in der Regel für 5 Tage erforderlich, eine Stuhlregulation mit leichten Abführmitteln kann ebenfalls notwendig werden, um festen Pressen nach der Operation zu vermeiden. Duschen ist normalerweise ab dem 3. Tag nach der Operation wieder möglich. Die Arbeitsfähigkeit ist in der Regal nach 3 Wochen wieder möglich, allerdings mit einer Einschränkung: Je nach Bruchgröße und Operationsverfahren ist eine Schonung von Hebe- tägigkeiten für 3 Wochen (Netzverfahren, kleine Hernie) bis zu 3 Monaten (große Hernie) erforderlich. Der Operateur wird Ihnen dies nach der Operation mitteilen. Auto fahren, Intimverkehr und Sport sollten erst wieder bei vollkommener Schmerzfreiheit begonnen werden, die “Freigabe” für die Aktivitäten erfolgt je nach Wundheilung und Befund bei den Nachuntersuchungen in unserer Praxis. Komplikationen: Eine Problem der Nabelhernienoperation ist die schlechte Durchblutung der Nabelhaut. Dies führt zu einer höheren Infektionsrate als beim Leistenbruch. Daher werden meist für 5 Tage Antibiotika zum Schutz der Wundheilung ver- ordnet. Entsteht ein Infekt, muss die Wunde in selten Fällen eröffnet werden und es erfolgt eine offene Wundbehandlung mit regelmäßiger Spülung der Wunde. In extremen Fällen bei großen Brüchen kann ein Teil der Nabelhaut absterben (Nekrose). In der Regel erholt sich das Gewebe aber in 4-6 Wochen. Eine zweite Operation ist in seltensten Fällen notwendig. Ebenso selten findensich Blutergüsse und Ansammlungen von Wundwasser (Serome) unter der Wunde. Letztere können meist durch die Haut mit einer schmerzarmen Punktion abpunktiert werden. Qualitätssicherung: Zur Sicherung der Qualität unserer Operationen und zur Überprüfung der Ergebnisse sind wir an der Deutschland weiten Qualitätsstudie Herniamed beteiligt.
© Dr. med. J. Ladra 2013
Bruchinhalt eines Nabelbruches
Impressum
      Nabelhernie - Epigastrische Hernie - Therapie
Operatives Zentrum MediCenter  Chirurgische Gemeinschaftspraxis  Dres. Haunhorst, Krieger, Ladra, Schneeweiß, Voiß
Die Praxis Enddarmzentrum Fußchirurgie Gelenkzentrum Handchirurgie Hernienzentrum Plastische Chirurgie Unfallchirurgie Viszeralchirurgie